Geschichte

Bevor um 1880 eine Straße entlang des Sehma- und Zschopautals von Annaberg nach Tannenberg gebaut wurde, nutzten die Fuhrleute eine alte Fahrstraße aus dem Tal der Sehma zwischen Frohnau und Schönfeld, um über die Höhe nach Tannenberg zu gelangen und von dort weiter nach Geyer. In einem der drei Einzelgehöfte, die sich an dieser Straße im sogenannten Sauwaldgebiet befanden, war eine Gastwirtschaft eingerichtet. Das Gasthaus hieß „Morgensonne“ und war auf Grund seiner günstigen Lage eine willkommene Raststätte für Fuhrleute, Wanderer und Waldgänger. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebäude im Besitz von Frau Eleonore Friederike Meyer. Im Jahr 1895 übernahm Karl Otto Müller die Schankwirtschaft und den Hof. Bevor um 1915 Herr Kurt Barth das Anwesen übernahm, wechselten weitere Male die Eigentümer. Unter Kurt Barth wurde die Gastwirtschaft eingestellt und um 1924 ein Stallgebäude angebaut. Bis 1969 war das Gut im Besitz dieser Familie. Somit bürgerte sich neben der Bezeichnung „Morgensonne“ die Benennung „Barth-Gut“ ein.

Das Anwesen wurde weitere Male verpachtet, bis es 1972 der damalige Rat des Kreises Annaberg, Abt. Volksbildung samt Grundstück erwarb. 1973 bis 1975 wurde nun eine „Touristenstation“ errichtet. Der Abriss des baufälligen Bauerngutes und der Bau der Station erfolgten in Eigeninitiative der Mitarbeiter unter der unverzichtbaren Mithilfe von Feierabendbrigaden. Nach der Fertigstellung ging es bei der außerschulischen Betätigung der Schulklassen nicht nur um die Vermittlung naturkundlicher und touristischer Kenntnisse, sondern auch, dem Geist der Zeit geschuldet, um vormilitärische Ausbildung. Ab 1976 trug die damalige Touristenstation den Namen „Otto Haustein“, der auf einen antifaschistischen Widerstandskämpfer zurückgeht.

Nach der politischen Wende wurde die Einrichtung im Jahr 1991 dem damals neu geschaffenen Dezernat für Umwelt- und Naturschutz des Landratsamtes Annaberg zugeordnet. 1993 wurde der Landkreis Annaberg Eigentümer. Die äußerst abwechslungsreiche Umgebung mit Berg- und Feuchtwiesen, Teichen, kleineren Moorstandorten und Wald begünstigte die Entscheidung, ein Naturschutzzentrum zu errichten. Damit wurde die Bündelung all der Tätigkeiten möglich, die in unserer Kulturlandschaft als Naturschutz bezeichnet werden.
Das Gelände des Naturschutzzentrums wurde musterhaft gestaltet mit der Absicht, Anschauung zur Nachahmung anzubieten. Da ist die Erdwärmeanlage, da sind Sonnenkollektoren, es gibt die erste Pflanzenkläranlage Sachsens zu besichtigen, man findet eine abwechslungsreiche Strauchhecke, Streuobstwiesen, einen Bauerngarten, Trockenmauern und vieles mehr.

Bau der ersten Bungalows
Bau der ersten Bungalows
"Feierabendbrigade" in der DDR
"Feierabendbrigade" in der DDR
Die ehemalige Touristenstation
Die ehemalige Touristenstation
Umbau zur Touristenstation
Umbau zur Touristenstation
Klassenfahrten in der DDR
Klassenfahrten in der DDR
April 2005  Neue Ferienhäuser
April 2005 Neue Ferienhäuser
Biwaklager der "Taigajäger"
Biwaklager der "Taigajäger"
"Pioniere" am Grillplatz
"Pioniere" am Grillplatz
2010 neuer Dämmschutz und Fassade
2010 neuer Dämmschutz und Fassade

Chronik seit 1991
- 1991 - Zuordnung der ehemaligen Touristenstation zum Dezernat für Umwelt- und Naturschutz des Landratsamtes Annaberg
- 1991 - Beginn der Pflege von Naturschutzflächen im Landkreis Annaberg
- 1993 - wurde der Landkreis Annaberg Eigentümer der Gebäude und Grundflächen
- 13.11.1993 - Grundsteinlegung für den Bau des Landschaftspflegehofes
- 13.12.1994 - Einweihung des Landschaftspflegehofes durch den damaligen Landrat von Annaberg, Herrn Wilfried Oettel
- 27.9.1995 – notarielle Gründung der Naturschutzzentrum Annaberg gemeinnützige GmbH
- 1995 - Errichtung der 1. sächsischen Pflanzenkläranlage
- 06.11.1995 - Beginn der Bauarbeiten am Seminarraum
- 1996 - Einweihung des Natur- und Erlebnispfades „Am Sauwald“
- 28.08.1996 - Überreichung des 1. Sächsischen Umweltpreises in der Kategorie I „Wasser für das Leben“ durch den damaligen sächsischen Umweltminister Arnold Vaatz für das Projekt „Fließgewässerrenaturierung als Grundlage für das Biotopverbundsystem Rote Pfütze“
- 26. 08.1996 - Einweihung des Seminarraumes
- 2001 - Ersatzneubau eines alten Sanitärgebäudes: Fertigstellung und Übergabe der Wander- und Bikestation
- April 2005 - Fertigstellung und Übergabe von 5 neuen Ferienhäusern
- 2005 - Sicherheitsmaßnahmen am Herbergsgebäude, wie z.B. Notausstiege, Rettungswege usw.
- 2006 - Umgestaltung des Außengeländes im Bereich Umweltbildung
- 2007 – einer der Gewinner im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“: deutsch-tschechisches Kunst-Jugendcamp
„Deutsch-tschechische Lebensadern“
- November 2009 - Umstellung auf eine Holzpellettheizung im Bereich Herbergsgebäude
- 01.01.2010 - Fusionierung mit der Naturschutzstation Zwönitz und deren Außenstelle in Eibenstock zur Naturschutzzentrum Erzgebirge gemeinnützige GmbH
- 2010 – Innensanierung der Herberge
- 2010 - Wärmedämmung und regionaltypische Fassadengestaltung am Herbergsgebäude