Blühende Streuobstwiesen

im Naturschutzzentrum Erzgebirge

Streuobstwiesen


Lausitzer Nelkenapfel, Tiefblüte & Berner Rose…

…das sind alles „blumige“ Namen für alte Apfelsorten! Alte Apfelsorten, die rings um das Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel eine neue Heimat gefunden haben. Im Rahmen eines großen Naturschutzprojektes wurden Mitte der 1990er Jahren aus den Gärten umliegender Erzgebirgsdörfer Reiser alter Obstbäume geschnitten. Die Aktion fand großen Anklang bei der Bevölkerung. Viele wussten um die Vorzüge „ihrer“ Sorte und waren gleichzeitig wegen des hohen Baumalters besorgt. Die gewonnenen Reiser wurden in einer Baumschule auf Hochstamm veredelt. So konnten etliche alte Obstsorten vor dem Verschwinden gerettet werden.

Die veredelten Hochstämme wachsen nun auf 3 sog. Streuobstwiesen rings um das Naturschutzzentrum. Der Begriff „Streuobstwiese“ lässt viele Deutungen zu: die Obstbäume stehen „gestreut“ oder reifes Obst liegt „verstreut“ im Gras oder das getrocknete Heu wird als „Eintreu“ im Stall verwendet. Streuobstwiesen sind wertvolle Elemente unserer Kulturlandschaft, die einen harmonischen Übergang vom Dorfrand in die freie Landschaft schaffen.

Auf den 3 Streuobstwiesen des Naturschutzzentrums wachsen insgesamt 460 Obstbäume. Sie stellen eine wertvolle Genressource für 47 Apfel-, 11 Birnen-, 11 Pflaumen- bzw. Zwetschgen- und 3 Kirsch-Sorten (Sortenliste) [60 KB] dar. Die Früchte der Bäume werden vom Naturschutzzentrum verwertet. In ertragreichen Jahren wird ein eigener Apfelsaft gemostet und zum Verkauf angeboten.

Wenn Sie sich näher über alte Obstsorten im Erzgebirge informieren möchten, empfehlen wir Ihnen auch unsere Broschüre "Alte Obstsorten für die Region Erzgebirge" [3.004 KB] . Dort erhalten Sie Tipps und Empfehlungen für die richtige Sortenwahl in Ihrem Garten.