Ökocamp/Naturschutzwiesencamp


Was bedeutet „Naturschutz“ und „Biotoppflege“ ganz konkret? Manch einer hat diese Wörter schon einmal gehört und vielleicht auch schon etwas darüber gelesen. Aber wer weiß schon, wie die praktische Arbeit draussen in der Natur aussieht. Noch weniger kann sich mancher vorstellen, dass diese sogar Spaß machen kann?!
Einsatzmöglichkeiten gibt es für Jugendliche, die praktische Erfahrungen im Naturschutz sammeln wollen, genügend. Dazu bieten wir sog. Ökocamps in den Ferien an. Entweder steht die Mahd einer Wiese oder eine Teichrenaturierung an, vielleicht das Eindämmen von sog. Neophyten oder aber auch Arbeiten in einem Moor. Wo der Einsatz ganz konkret stattfindet, muss im Einzelfall abgesprochen werde.

Ist alles Organisatorische im Vorfeld geregelt, dann können die Jugendlichen unsere Biotoppfleger bei ihrer Arbeit unterstützen - Naturschutz ganz konkret. Frei nach dem Motto: Wir reden nicht nur, sondern wir tun was!

Natürlich wird nicht nur gearbeitet. Es stehen auch eine Wanderung in ein Naturschutzgebiet und ein Vortrag über die Tier- und Pflanzenwelt sowie das Thema Naturschutz mit auf dem Programm.

Interessierte Jugendliche oder Klassen melden sich bitte im Naturschutzzentrum Erzgebirge.


Bergwiesencamp 2017

Für das diesjährige Bergwiesencamp 2017 in Oberwiesenthal suchen wir noch Teilnehmer. Interessenten melden sich bitte im Naturschutzzentrum Erzgebirge unter: juergen.teucher@naturschutzzentrum-erzgebirge.de oder bei der NAJU (Naturschutzjugend) unter: info@naju-sachsen.de.




Schule praxisnah

Das neue Schuljahr hat begonnen. Wie schon in den zurückliegenden Jahren organisierten das Berufliche Schulzentrum Annaberg und das Naturschutzzentrum Erzgebirge einen gemeinsamen Wiesenpflegeeinsatz zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Erzgebirgskreis.
Das heutige Alltagsleben ist gezeichnet von Stress, Zeitdruck, Hektik und ständig neu auf uns einstürzende Informationen. Dadurch bleibt uns wenig Zeit, eigene Erfahrungen mit und in der Natur zu sammeln. Doch es geht auch noch anders. So bereitete das Naturschutzzentrum Erzgebirge einen Biotoppflegeinsatz vor. Es wurde im Naturschutz-gebiet „Lohenbachtal“ auf der Gemarkung von Hermannsdorf ein etwa 1 ha großer Wiesenbereich gemäht und zum Teil geschwadet. Es handelt sich um einen von vielen Biotoptypen geprägten Wiesenbereich. Genauer gesagt, handelt es sich nicht nur um trockene Bergwiesenbereiche, nein auch um klassische Nasswiesenflächen, Flachmoorbereiche und Hochstaudenfluren. Ziel war es, diese Wiese mit Hilfe von Heurechen und –gabeln von Biomasse zu beräumen. Doch ein weiteres wichtiges Ziel war es, dass sich die Schüler der neu gebildeten Klasse WG 10/1 bei gemeinsamer Arbeit kennenlernen. Also organisierten die Verantwortlichen der Schule, allen voran Herr Dr. Heimlich und Frau Billig, ein außerschulisches, praktisches zweitägiges Programm. Am Donnerstag, den 19.08.2010, erfolgte das Zusammentreffen im Freibad Tannenberg. Hier wurde ein kleines Zeltdorf für die Übernachtung zum Freitag errichtet. Es wurde gemeinsam gegessen, sich ausgetauscht und zusammengerückt. Die Nacht im Zelt war für viele ein dauerhaftes und kühles Erlebnis. Der Freitagmorgen startete bei Temperaturen von ca. 6 °C. Doch nach einem gemeinsamen Frühstück war alles schnell vergessen und es ging in das angrenzende Naturschutzgebiet. Nach kurzer Einweisung der Jugendlichen durch Herrn Heimlich (Berufliches Schulzentrum) und Herrn Teucher (Naturschutzzentrum) ging es sofort an die praktische Arbeit. Es wurde also Gras (Biomasse) geschwadet und auf Planen naturschonend zum Zwischenablagerplatz transportiert. Dabei wurden einige Gespräche mit den Schülern geführt, um den Sinn der schweren Aufgabe darzustellen. Einige Mädels konnten ihren Respekt vor Grasfröschen und Erdkröten schnell ablegen und haben diese dann mit Begeisterung beobachtet. Auch während des Wiesenpflegeeinsatzes konnten wir gemeinsam 12 verschiedene Tagfalterarten, einige Libellen sowie für einige eine Kreuzotter beobachten. Bei den Tagfaltern handelt es sich um die etwas seltener zu beobachtenden Arten wie den Schwalbenschwanz (Papillio machaon), den Kaisermantel (Argynnis paphia) und den Großen Perlmuttfalter (Argynnis aglaja).
Weitere Arten waren Zitronenfalter (G. rhamni), Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui), Tagpfauenauge (N. io), Landkärtchen (A. levana), Waldbrettspiel (P. aegeria), Trauermantel (Nymphalis antiopa), Kleiner Kohl-Weißling (Pieris rapae) und der Grünader-Weißling (Pieris napi).

Ziel des Projektes ist es, Naturschutz und den Wert dieser Lebensräume in das Bewusstsein von Menschen, insbesondere in das Bewusstsein junger Menschen zu rücken. Ein weiterer Punkt ist es, dass man den Jugendlichen die aktuellen Probleme des Naturschutzes praxisnah vor Augen führt. Es werden außerschulisches Fachwissen und Werte vermittelt, die bei künftigen Entscheidungsträgern im Sinne einer nachhaltigen Land- und Umweltnutzung von erheblicher Bedeutung sein werden. Vielleicht bekommt der eine oder andere auch einen Tipp für seine künftige Berufswahl. Bei aller Schwere der Arbeit hat das Lachen aller während des ganzen Tages gezeigt, dass diese Aktion auch viel Freude gemacht hat.

Hoffen wir auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Dr. Claus-Peter Heimlich
Jürgen Teucher


Bilder von der Wiesenpflege im Lohenbachtal




Bilder vom Ökocamp in Oberwiesenthal