Bachneunauge

Das Bachneunauge – Fisch des Jahres 2012 – ist in erzgebirgischen Bächen beheimatet

Die sog. Neunaugen sind „Fisch des Jahres 2012“. Zu den Vertretern dieser Gruppe zählt auch das Bachneunauge (Lampetra planeri), welches in naturnahen Bächen des erzgebirgischen Berglandes lebt. Vorkommen sind z.B. aus der Roten Pfütze bei Schlettau und der Preßnitz bei Steinbach und Schmalzgrube bekannt.

Streng genommen ist das aalförmige Bachneunauge gar kein Fisch, sondern ein sog. Rundmaul. Es besitzt ein abgerundetes, scheibenförmiges Saugmaul mit Hornzähnen. Seinen Namen hat es den jeweils sieben Kiementaschen seitlich hinter dem Kopf zu verdanken, die zusammen mit dem Auge und der Nasenöffnung den Eindruck von „neun Augen“ erwecken. Damit sieht das Bachneunauge zwar für Manchen etwas merkwürdig aus, aber letztendlich sieht es auch nur mit zwei Augen.

Die Art stellt hohe Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie lebt ausschließlich in sauerstoffreichen Fließgewässern, die eine hohe Strukturvielfalt aufweisen. Je nach Entwicklungsstadium werden sandig-schlammige Gewässersohlen oder grobkiesig-steinige Bachabschnitte benötigt. Zwar konnten sich in den letzten Jahren die Bestände etwas erholen, aber schon die Wahl zum „Fisch des Jahres“ macht deutlich, dass der Fortbestand dieser europaweit bedeutsamen Art keineswegs gesichert ist. Abwassereinleitungen, Nährstoffeinträge und Gewässerbaumaßnahmen sind Hauptgefährdungsursachen.

Mit dem Wissen um die Gefährdung der außergewöhnlichen Art hat das Naturschutzzentrum Erzgebirge das Bachneunauge als eine Zielart für das deutsch-tschechische Projekt "Pestrý – Bunt. Freunde für biologische Vielfalt im Erzgebirge/ Krušné hory“ ausgewählt. Hauptanliegen dieses Projektes ist die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt im Erzgebirge. Ein Projektschwerpunkt ist dabei die Durchführung ganz konkreter praktischer Naturschutzmaßnahmen auf der deutschen und tschechischen Seite des Erzgebirges, darunter z.B. die Renaturierung ausgewählter tschechischer Fließgewässer. Damit sollen u.a. auch die Lebensbedingungen für das Bachneunauge verbessert werden.

Das Projekt wird von der Naturschutzzentrum Erzgebirge gGmbH in Dörfel zusammen mit den tschechischen Partnern, dem Naturschutz-Verein ZO ČSOP Teplice-FERGUNNA und der Schola Humanitas - Střední odborná škola pro ochranu obnovu životního prostředí Litvínov, umgesetzt. Die Europäische Union unterstützt das dreijährige Vorhaben aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).


Kontakt:

Naturschutzzentrum Erzgebirge gGmbH
Am Sauwald 1, OT Dörfel
09487 Schlettau
Tel.: 03733 5629-0
Email: zentrale@naturschutzzentrum-erzgebirge.de