Landschaftspflege


Eine der Hauptaufgaben im Bereich Landschaftspflege des Naturschutzzentrums ist die Mahd von wertvollen, weil artenreichen Wiesen. Dazu zählen Bergwiesen, magere Frischwiesen, Feucht-, Nass- und Sumpfwiesen oder auch Streuobstwiesen. Die Grünlandflächen befinden sich in den meisten Fällen in Schutzgebieten (NSG, FND, NATURA 2000).

Eine bunt blühende Wiese im Frühsommer kommt dem Betrachter vor wie ein Meisterwerk der Natur. Doch weit gefehlt – hier hat der Mensch seine Hände im Spiel! In diesem Fall mit positiven Auswirkungen auf die Natur. Wiesen entstehen durch eine regelmäßige menschliche Nutzung in Form einer Mahd. Wiesen in den Gebirgslagen – die klassischen Bergwiesen – werden z.B. ein- bis zwei mal im Jahr gemäht und das Mahdgut (Heu, Grummt) beräumt. Man spricht dann von einer extensiven Nutzung, die zumeist auch ohne Düngergaben auskommt.

Bei den Wiesenpflegeflächen des Naturschutzzentrums handelt es sich meist um schwer zugängliche Rand- und Splitterflächen, die zudem durch Hanglage nicht mehr mit den heute üblichen Mähgeräten bewirtschaftet werden können. Oder es sind nasse, sumpfige Standorte, auf denen herkömmliche Großtechnik versagen, sprich versinken würde.
Aber so wie die Wiesen enstanden sind, müssen sie auch erhalten werden. Für unsere Kinder, für unsere Zukunft. Aus bäuerlicher Sicht ist eine Nutzung dieser Grünlandflächen oftmals wirtschaftlich nicht sinnvoll. Zu großer Aufwand ist verbunden mit zu hohen Kosten. Hier setzt die naturschutzgerechte Wiesenpflege ein, die die historische Nutzungsform nachahmt.

In den Sommermonaten werden von den Mitarbeiter des Naturschutzzentrums Erzgebirge insgesamt 240 ha Wiesenfläche gemäht. Das ist eine Fläche so groß wie 337 Fußballfelder! 240 ha auf 289 Einzelflächen von Satzung bis Schneeberg und von Gelenau bis Carlsfeld. Man kann die Dimension der Wiesenpflege nur erahnen, denn auch andere Faktoren, wie Logistik und Wetter, spielen noch eine Rolle. Bei der Pflege kommen Spezialgeräte mit seltsamen Namen wie Eisernes Pferd und Mähraupe zum Einsatz und nur noch ganz selten die gute alte Sense. Die Geräte sollen helfen, die Arbeiten möglichst flächenschonend zu verrichten.

Positiver Nebeneffekt: Von den kräuterreichen Standorten wird im Frühsommer das Heu (und das duftet wirklich!) zu Rollen (Durchmesser 0,60 m) gepresst. Für interessierte Tierhalter stehen diese ab Juli in der Station Dörfel sowie in der Außenstelle Zwönitz zum Preis von 4 € zur Selbstabholung bereit.

Bilder aus der Biotoppflege


Die Bilder zeigen neben der Handarbeit mit Frontbalkenmäher und Eisernen Pferd auch die Mähraupe und den Spezialtraktor AEBI im Einsatz. Die Fotos entstanden in unterschiedlichen Schutzgebieten. Die folgenden Fotos zeigen Arbeiten der Mitarbeiter der Naturschutzstation in Zwönitz bei der Neuanlage von Hecken und der Heuernte.