Renaturierungsgebiet „Niederer Halsbach“

Das Gebiet um den Hauptstau am Niederen Halsbach, einem größeren Stillgewässer westlich von Dorfchemnitz, ist eines der Schwerpunktgebiete der Biotopgestaltung der Außenstelle Zwönitz. In dem durch Totalmelioration restlos zerstörten Gebiet wurden seit Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Maßnahmen zur Strukturierung und zum Biotopverbund umgesetzt. So wurden am Hauptstau mehrfach Ufer- und Inselgestaltungen vorgenommen (u.a. 1994). Der Vorstau wurde entschlammt und ebenfalls mit einer Insel gestaltet (2007).

Auf ehemaliger Grünlandbrache wurden 1991/ 1992 zwei Kleinteiche und unmittelbar benachbart auf ehemaliger Ackerfläche 2003 der Neuteich als zusätzliche Gewässerlebensräume neu geschaffen. An den Gewässern wurden Kopfweiden-Bäume im Uferbereich eingebracht, die heute regelmäßig vom Naturschutzzentrum gepflegt werden. Im Zu- und Ablaufbereich werden Offenlandbereiche durch das Naturschutzzentrum gepflegt (Mahd mit Beräumung). Der Bachlauf unterhalb des Hauptstaus wurde im Rahmen von externen Renaturierungsmaßnahmen von seinen Wabenplatten-Uferbefestigungen befreit, sodass heute über das Fließgewässer ein Biotopverbund mit dem Schwemmteich in Niederzwönitz und darüber hinaus besteht.

Durch die Maßnahmen hat sich entlang des Niederen Halsbaches mit seinen naturnahen Gewässern ein überregional bedeutsames Rastgebiet für Zugvögel entwickelt. In der Zugzeit werden hier zahlreiche Limikolen-Arten wie Kiebitz, Bruch- und Waldwasserläufer, Grün- und Rotschenkel, aber auch schon mal der Fischadler auf Nahrungssuche gesichtet. Das Gebiet ist aber auch für Brutvögel interessant, so für Rohrammer (Emberiza schoeniclus), Eisvogel (Alcedo atthis), Teichhuhn (Gallinula chloropus) und Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus).

Kiebitz (Vanellus vanellus)

Der Kiebitz hat in den letzten Jahren starke Bestandsrückgänge zu verzeichnen. Als Bodenbrüter wählt er vorzugsweise nasse Wiesen oder Weiden. Solche Bruthabitate gibt es in landwirtschaftlich genutzten Gebieten heute leider kaum noch. Eine zu häufige oder zu frühe Mahd führt außerdem zu Gelegeverlusten. Im Erzgebirge ist der Kiebitz nur noch selten Brutvogel. Er tritt gelegentlich in der Zugzeit in größeren Schwärmen auf und rastet dann in feuchten oder nassen Bereichen innerhalb der Kulturlandschaft. Er und andere Bewohner extensiver Landschaften brauchen deshalb heute Hilfe durch den Erhalt und das Schaffen einer Vielzahl von Teillebens-räumen, sog. „Trittsteinbiotopen/-habitaten“.

Auf unserer Website werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Wenn Sie weiter auf diesen Seiten surfen, erklären Sie sich damit einverstanden.