Flächennaturdenkmal „Binge Geyer“

1803 kam es im Bereich eines ehemaligen Zinnbergwerks zu einem großen Zusammensturz von unterirdischen Hohlräumen, die im Zuge des Bergbaus entstanden waren. Der Einsturzkrater der Binge hat einen Durchmesser von 200-250m und eine Tiefe von 50-60 m. Es ragen verschiedene Felsmassive aus dem Einsturzkrater heraus, die in der Folge von licht- und wärmeliebenden Pflanzen- und Flechten-Arten besiedelt wurden. Heute bieten die offenen Felsbildungen Lebensraum für verschiedene Flechtengesellschaften, flechtenreiche Zwergstrauchheiden und magere Borstgrasrasen.

Es wurden über 100 Flechtenarten und zahlreiche bemerkenswerte Pflanzenarten wie z.B. Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Purgier-Lein (Linum catharticum), Augentrost-Arten (Euphrasia stricta et officinalis) oder Berg-Sandglöckchen (Jasione montana) festgestellt. Entsprechend ihrer Bedeutung ist die Binge als FFH-Gebiet eingestuft.

Damit die lebensraumtypischen Arten erhalten bleiben, ist die Beibehaltung des offenen Charakters der Felsbildungen und Gesteinshalden erforderlich. Dazu werden vom Naturschutzzentrum Erzgebirge in größeren Abständen (zuletzt 2014) in den südexponierten Hang- und Felsflächen Maßnahmen zur Gehölzregulierung (selektive Gehölzentnahmen) durchgeführt.


Unbeeindruckt

Der Uhu (Bubo bubo), größte heimische Eule, ist regelmäßiger Brutvogel in der Binge. Er sieht den sporadischen und zeitlich eng befristeten Maßnahmen bis jetzt zum Glück mit Gelassenheit entgegen.

Es werde Licht!

Regelmäßige Entbuschungsmaßnahmen sind für den Erhalt der sehr seltenen Flechtengesellschaften und der Zwergstrauchheiden erforderlich. Mitarbeiter des Naturschutzzentrums bei der Beräumung des Schutzgebietes.


Aus der Vogelperspektive

Der markante Einsturzkrater der Binge nach den Gestaltungsmaßnahmen, die im Spätwinter 2014 durchgeführt wurden.

Isländisches Moos (Cetraria islandica)

Das Isländische Moos hat in der Binge Geyer eines seiner größten Standorte im Erzgebirge. Anders als es der Name vermuten lässt handelt es sich hierbei nicht um ein Moos, sondern um eine Flechte. Sie siedelt zwischen den Zwergsträuchern der besonnten Felspartien. Als Sonnenschutz lagert sie spezielle Pigmente ein.

Selten im Erzgebirge

Das zierliche Berg-Sandglöckchen (Jasione montana), das zu den Sandrapunzeln gehört, siedelt in den mageren, felsigen Partien der Binge und bildet hier schöne Bestände. Die wunderschönen blauen Blüten locken unzählige Falter, Bienen und Käfer an (siehe untere Bilder: links: Pinselkäfer, rechts: Bockkäfer).


Auf unserer Website werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Wenn Sie weiter auf diesen Seiten surfen, erklären Sie sich damit einverstanden.